Täglich: Psalmverse und Bonhoeffer

Die Psalmen haben Dietrich Bonhoeffer viel bedeutet.
"Der Psalter ist die große Schule des Betens überhaupt. Je tiefer wir in die Psalmen wieder hinein wachsen, und je öfter wir selber gebetet haben, desto einfacher und reicher wird unser Gebet werden."
Quelle: Gemeinsames Leben/Das Gebetbuch der Bibel

Darum für jeden Tag ein paar Psalmverse und ein Zitat von Dietrich Bonhoeffer.

Mittwoch, 12. Mai
Denn der Herr hat Zion erwählt,
und es gefällt ihm, dort zu wohnen.
»Dies ist die Stätte meiner Ruhe ewiglich;
hier will ich wohnen, denn es gefällt mir wohl.
Ich will ihre Speise segnen
und ihren Armen Brot genug geben.
Ihre Priester will ich mit Heil kleiden,
und ihre Heiligen sollen fröhlich sein.«
Verse aus Psalm 132

"Glauben empfangen wir von Gott immer nur so viel, wie wir für den gegenwärtigen Tag gerade brauchen. Der Glaube ist das tägliche Brot, das Gott uns gibt."
Dietrich Bonhoeffer

Dienstag, 11. Mai
Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird,
so werden wir sein wie die Träumenden.
Dann wird unser Mund voll Lachens
und unsre Zunge voll Rühmens sein.
Da wird man sagen unter den Völkern:
Der Herr hat Großes an ihnen getan!
Der Herr hat Großes an uns getan;
des sind wir fröhlich.
Herr, bringe zurück unsre Gefangenen,
wie du die Bäche wiederbringst im Südland.
Die mit Tränen säen,
werden mit Freuden ernten.
Sie gehen hin und weinen
und tragen guten Samen und kommen mit Freuden
und bringen ihre Garben.
Psalm 126

"Herr, unser Glaube und unsere Hoffnung ist so schwach. Wir wagen es nicht unser Leben ganz auf deine Verheißung zu setzen. Wir zweifeln an deiner Macht. Herr vergib dem Zweifler und dem Hoffnungslosen und gib uns heute noch deine Verheißung neu. Herr Gott, du lässt die Wasser hoch um uns steigen. Sieh doch auf deine Welt herab. Es ist ja eine furchtbare Qual Hunger und Durst, keine Heimat, keine Arbeit, Tränen und Verzweiflung; Gott, sind das die Kinder deiner Barmherzigkeit? Ist das die Welt, die du geschaffen hast?
Ach, wir müssen furchtbar fern von dir sein, dass deine Geschöpfe so leiden müssen. Wir sind bald am Ende. Wir glauben nichts mehr und wir hoffen nichts mehr.
Nun komm du, o Gott, und brich all dies Elend, all den Jammer und wenn es dein gnädiger Wille ist, dass wir noch tiefer ins Wasser hineinfallen, so verbirg uns doch nicht die Verheißung, dass du einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen willst. Dass du die Armen und Elenden, Bekümmerten und Leidtragenden in dein Reich geladen hast. Gott, mach uns wieder froh."
Dietrich Bonhoeffer

Montag, 10. Mai
Gott, man lobt dich in der Stille zu Zion.
Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil,
der du bist die Zuversicht aller auf Erden und fern am Meer;
der du die Berge gründest in deiner Kraft
und gerüstet bist mit Macht;
der du stillst das Brausen des Meeres,
das Brausen seiner Wellen und das Toben der Völker,
dass sich entsetzen, die an den Enden wohnen, vor deinen Zeichen.
Du machst fröhlich, was da lebet im Osten wie im Westen.
Du suchst das Land heim und bewässerst es
und machst es sehr reich;
Gottes Brünnlein hat Wasser die Fülle.
Verse aus Psalm 65

"Stille vor Gott bedarf der Arbeit und der Übung. Sie bedarf des täglichen Mutes, sich Gottes Wort auszusetzen und von ihm richten zu lassen, bedarf der täglichen Frische, sich an Gottes Liebe zu freuen."
Dietrich Bonhoeffer

Sonntag, 9. Mai
Kommt herzu, lasst uns dem Herrn frohlocken
und jauchzen dem Hort unsres Heils!
Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen
und mit Psalmen ihm jauchzen!
Denn der Herr ist ein großer Gott
und ein großer König über alle Götter.
Denn in seiner Hand sind die Tiefen der Erde,
und die Höhen der Berge sind auch sein.
Denn sein ist das Meer, und er hat's gemacht,
und seine Hände haben das Trockene bereitet.
Kommt, lasst uns anbeten und knien
und niederfallen vor dem Herrn, der uns gemacht hat.
Denn er ist unser Gott
und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand.
Verse aus Psalm 95

"In die ersten Augenblicke des neuen Tages gehören nicht eigene Pläne und Sorgen, auch nicht der Übereifer der Arbeit, sondern Gottes befreiende Gnade, Gottes segnende Nähe."
Dietrich Bonhoeffer