Täglich: Psalmverse und Bonhoeffer

Die Psalmen haben Dietrich Bonhoeffer viel bedeutet.
"Der Psalter ist die große Schule des Betens überhaupt. Je tiefer wir in die Psalmen wieder hinein wachsen, und je öfter wir selber gebetet haben, desto einfacher und reicher wird unser Gebet werden."
Quelle: Gemeinsames Leben/Das Gebetbuch der Bibel

Darum für jeden Tag ein paar Psalmverse und ein Zitat von Dietrich Bonhoeffer. Sie wiederholen sich über die Monate und durch das Jahr. So können sie in uns in die Tiefe wachsen und sich entfalten. Diese Art von Wiederholungen ist nicht Langeweile, sondern wie ein Glockenschlag für die Seele.

Dienstag, 7. Dezember
Wenn ich mich fürchte,
so hoffe ich auf dich.
Ich will Gottes Wort rühmen;
auf Gott will ich hoffen und
mich nicht fürchten.
Was können mir Menschen tun?
Zähle die Tage meiner Flucht,
sammle meine Tränen in deinen Krug;
ohne Zweifel, du zählst sie.
Auf Gott hoffe ich und fürchte mich nicht;
was können mir Menschen tun?
Ich habe dir, Gott, gelobt,
dass ich dir danken will.
Denn du hast meine Seele vom Tode errettet,
meine Füße vom Gleiten,
dass ich wandeln kann vor Gott
im Licht der Lebendigen.
Verse aus Psalm 56

"Schuld bleibt Schuld, Versäumnis bleibt Versäumnis. Das ist eine Wirklichkeit, die uns alle in unserem Leben die meisten Tränen gekostet hat und noch kosten wird. Geschehen, bleibt für alle Zeit geschehen. Das andere fürchterliche aber ist, dass es keinen Augenblick des Stillstehens gibt, das alles weiter geht in ewigem Wechsel und zwar zu einem bestimmten Ziele hin, zum Tode."
Dietrich Bonhoeffer

Montag, 6. Dezember
Gott, wir haben mit unsern Ohren gehört,
unsre Väter haben's uns erzählt,
was du getan hast zu ihren Zeiten, vor alters.
Täglich rühmen wir uns Gottes
und preisen deinen Namen ewiglich.
Doch nun verstößt du uns
und lässt uns zuschanden werden.
Wach auf, Gott! Warum schläfst du?
Werde wach und verstoß uns nicht für immer!
Warum verbirgst du dein Antlitz,
vergissest unser Elend und unsre Drangsal?
Denn unsre Seele ist gebeugt zum Staube,
unser Leib klebt am Boden.
Mache dich auf, hilf uns
und erlöse uns um deiner Güte willen!
Verse aus Psalm 44

"Man muss damit rechnen, dass die meisten Menschen nur durch Erfahrungen am eigenen Leibe klug werden. So erklärt sich erstens die erstaunliche Unfähigkeit der meisten Menschen zu präventivem Handeln jeder Art – man glaubt eben selbst immer noch, um die Gefahr herumzukommen, bis es schließlich zu spät ist; zweitens die Stumpfheit gegenüber fremdem Leiden; proportional mit der wachsenden Angst vor der bedrohlichen Nähe des Unheils entsteht das Mitleid."
Dietrich Bonhoeffer

Sonntag, 5. Dezember - 2. Advent
Gott, tröste uns wieder
und lass leuchten dein Antlitz, so ist uns geholfen.
Herr, Gott Zebaoth, wie lange willst du zürnen
beim Gebet deines Volkes?
Du speisest sie mit Tränenbrot
und tränkest sie mit einem großen Krug voll Tränen.
Du lässest unsre Nachbarn sich um uns streiten,
und unsre Feinde verspotten uns.
Gott Zebaoth, tröste uns wieder
und lass leuchten dein Antlitz, so ist uns geholfen.
Verse aus Psalm 80

"Freie Verantwortung beruht auf einem Gott, der das freie Glaubenswagnis verantwortlicher Tat fordert und der dem, der darüber zum Sünder wird, Vergebung und Trost zuspricht."
Dietrich Bonhoeffer