Schöpfungsandachten 2025

Gedanken zum 14. Februar 2025
von Pfarrer Ralf Honig

Zauber der Stille

Bergkulisse am See
Bildrechte Honig

Winterliche Stille draußen am Starnberger See. Zauberhaftes Farbenspiel. Himmel und Erde, Luft und Wasser in Harmonie. Nur über den Bergen reißt der Himmel auf, golden leuchtend. Wunderschön.

Stille tut so gut. Unsere Welt ist lärmverseucht. Und oft ist das, was wir hören, nicht nur viel zu laut, sondern auch wegen des Gesagten oder Gebrüllten zum Weghören. Hass und Hetze, Wichtigtuerei und Aggression. Und auch ansonsten überall um uns herum ständige Beschallung. Viele Menschen wollen und können gar nicht mehr zur Ruhe kommen.

Wie wichtig wäre es deshalb, dem Zauber der Stille wieder nachzuspüren. Den Mund schließen, die Augen und Ohren öffnen. Staunen und Zuhören. Einfach mal schweigen kann auch ein Gebet sein. Und einfach mal lauschen. Hier am See etwa dem kräftigen Wind, den rauschenden Wellen, dem Geschnatter der Enten, dem Knirschen der Schritte im Schnee, dem Lachen eines Kindes. Was für eine Wohltat!

Wie gut, wenn wir dem Lärm entfliehen und uns dem Zauber der Stille hingeben können. So können wir wieder Kraft tanken. Und so kann auch unser unruhiges Herz mit allen Sorgen und Ängsten, die uns quälen, bei Gott zur Ruhe kommen.

Lassen Sie uns Gelegenheiten zur Stille entdecken und auch wahrnehmen. Seien wir einfach mal still. In Gottes Namen. Mit den Worten eines irischen Segens gesagt:

Geh deinen Weg ruhig
inmitten von Lärm und Hast
und wisse, welchen Frieden
die Stille schenken mag.

 

Gedanken zum 17. Januar 2025
von Pfarrer Ralf Honig

Gott spielen?

Das vergangene Jahr war das heißeste Jahr der Menschheit. Erstmals haben die globalen Temperaturen durchgehend das 1,5°-Ziel durchbrochen. Und jetzt im Jahr 2025? Die Wissenschaft sucht nach Auswegen. Das ist gut. Zum Glück gibt es Klimafolgenforschung.

Aber manche Wissenschaftler setzen auf die Manipulation des Klimas. Das Zauberwort heißt Geoengineering. So sollen etwa in der oberen Atmosphäre Schwefelpartikel, die kühlend wirken, ausgebracht werden. Wolken sollen künstlich aufgehellt werden, damit diese mehr Sonnenlicht in den Weltraum reflektieren. Und riesige Spiegel im All sollen die Hitze von unserem Planeten ablenken. Dutzende Millionen Euro würde das kosten. Und es hat unabsehbare Folgen, v. a. für die Testgebiete, die meistens in Entwicklungsländern liegen.

Kann das gut sein? Es ist der scheinbar beruhigende und ein bequemer Weg. Diese Forschung suggeriert, dass es eine leichte Alternative dazu gibt, aus den fossilen Brennstoffen auszusteigen und die Emissionen radikal zu senken. Es suggeriert, dass wir einfach so weitermachen können und unseren Lebensstil nicht ändern müssen. Es suggeriert, dass es für die Folgen unseres ausbeuterischen Tuns technische Lösungen gibt.

Kann dieser Allmachts- und Machbarkeitswahn gut sein? Oder spielen wir Menschen mit solchen Eingriffen in die Schöpfung Gott? Der unbequeme Weg ist die Änderung unseres Lebensstils in Gottes Namen. Das erfordert radikale Umkehr, Anstrengung, politisch, wirtschaftlich und von uns allen. Wir müssen neue Wege gehen. Und Gott wird mit dabei sein, wie es in einem bekannten Liedtext wunderbar und ermutigend formuliert ist.

"Vertraut den neuen Wegen und wandert in die Zeit!
Gott will, dass ihr ein Segen für sein Erde seid.
Der uns in frühen Zeiten das Leben eingehaucht,
der wird uns dahin leiten, wo er uns will und braucht."

(Klaus Peter Hertzsch, EG 395)